Projekt Stolpersteine in Heilbronn

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Waldweg am Schießstand im Köpfertal – 24 französische Widerstandskämpfer

In den Jahren des Zweiten Weltkriegs, als die deutsche Wehrmacht Frankreich besetzte, wurde es für eine Gruppe Franzosen zur Pflicht, sich der Besatzungsmacht entgegenzustellen. Georges Loustaunau-Lacau gründete 1940 ein Netzwerk, das den Besatzern Widerstand leisten sollte. Nicht mit der Waffe in der Hand wurde gekämpft, sondern mittels Informationsbeschaffung für den britischen Geheimdienst half die „Reseau Alliance“ – das Netzwerk Allianz – Einsätze gegen die Wehrmacht vorzubereiten.

Die Mitglieder kamen aus allen Gesellschaftsschichten. Vom Gemüsehändler bis zum Student war alles vertreten. Als Tarnnamen wurden Tiernamen benutzt, weswegen die deutsche Abwehr die Bezeichnung „Arche Noah“ für diese Gruppe verwendete. 3000 Mitglieder zählte die Allianz im Jahr 1943.

Im Frühjahr 1944 wurden zahlreiche Widerstandskämpfer in Frankreich aufgespürt und verhaftet; 439 von ihnen mussten ihren Einsatz mit dem Leben bezahlen.

24 Mitglieder der Reseau Alliance wurden im Juni 1944 in Freiburg zum Tod verurteilt. Sie wurden dann in den frühen Morgenstunden des 21. August 1944 im damaligen Schießstand hier in der Nähe durch Gewehrsalven von 80 Soldaten der Wehrmacht hingerichtet. Es ist nicht bekannt, weshalb Heilbronn zum Ort der Hinrichtung wurde; die Leichen der Erschossenen wurden zunächst im Sontheimer Friedhof bestattet und nach dem Zweiten Weltkrieg nach Frankreich überführt.


Marc Louis Jules Bernard, geboren am 27. Juni 1921 in Albertville (Savoyen)
Jacques Bonnetain, geboren am 9. März 1921 in Paris
Jean Philippe Bouyat, geboren am 28. Juli 1917 in Bordeaux
Jean-Marie Caprais, geboren am 21. Juni 1922 in Chateauroux
Pierre Dallas, geboren am 7. Juli 1916 in Auch (Dep. Gers)
Yves de Fougerolles, geboren am 6. Juli 1913 in La-Trinité-sur-Mer (Dep. Morbihan)
Pierre Deliry, geboren am 3. Juli 1894 in Tournus (Dep. Saone)
Ferdinand Dellagnelo, geboren am 27. Dezember 1913 in Straßburg
Raymond Hermer, geboren am 29. Dezember 1903 in Rennes (Dep. Ille)
Alfred Jassaud, geboren am 30. Januar 1920 in Marseille
Alain LeBastard de Villeneuve, geboren am 8. Juni 1922 in Pau
Yves LeBastard de Villeneuve, geboren am 1. August 1920 in Arsague (Dep. Landes)
René Lebre, geboren am 26. September 1921 in Aix en Provence
Philippe Paul Louis Lefebvre, geboren am 15. April 1917 in Paris
Pierre Lemaitre, geboren am 2. Februar 1911 in Chatillon en Vendelais
Joël Maurice Lemoigne, geboren am 8. Juli 1912 in Brest
Jean Portenart, geboren am 2. August 1918 in Montceau-les-Mines (Dep. Sâone-et-Loire)
Lucien Poulard, geboren am 2. Dezember 1917 in Paris
André Jean Riss, geboren am 21. Januar 1922 in Lyon
Gabriel Rivière, geboren am 30. November 1901 in Marseille
Gabriel Romon, geboren am 18. Juni 1905 in Boulogne-sur-mer
Ernest Lucien Siegrist, geboren am 4. Dezember 1905 in Concorès (Dep. Lot)
Jean-Philippe Sneyers, geboren am 27. September 1921 in Neuilly-sur-Seine
Marcel Trumel, geboren am 5. März 1923 in Silly-le-Long (Dep. Oise)

Stolpersteinverlegung im Köpfertal mit Schülern der Johann-Jakob-Widmann-Schule
Hörtext

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